Hoffentlich droht uns kein Krieg


Harm- und arglos ist das heutige Beispiel, eine Umfrage auf einem Ratgeber-Portal, nämlich gutefrage.net. Dennoch ein schönes Beispiel für mißlungene Umfragegestaltung.

Die Frage lautet: "Droht uns ein neuer Krieg im Nahen Osten?"

naherostengutefrage.png

Problem: Die Antwortkategorie "hoffentlich nicht" hat zum einen nichts mit der Frage zu tun und ist zum anderen auch daher abzulehen, weil sie nicht die anderen Antwortmöglichkeiten ausschließt. Wenn keine Mehrfachantwort möglich ist, sollte eine Umfrage nämlich erstens so gestaltet sein, dass sie alle Möglichkeiten erfasst, wofür meistens, wie hier geschehen, eine Kategorie "weiß nicht", "egal", "sonstiges" oder ähnliches benutzt wird. Zweitens sollten die Antwortmöglichkeiten eindeutig, das heißt für jeden Befragten verständlich, sein und sich gegenseitig ausschließen.

Es ist anzunehmen, dass so gut wie jeder der Befragten keinen Krieg im Nahen Osten wünscht (die Kategorie "hoffentlich gibt es Krieg" fehlt zum Glück). Auf jeden Fall ist somit auch unter Abzug der "hoffentlich nicht"-Antworten die Verteilung der restlichen Antwortkategorien dieser Frage (die sinngemäß nach einer gestiegenen Wahrscheinlichkeit eines Krieges fragt) nicht zu verwerten, da nicht klar ist, wie die Personen, die "hoffentlich nicht" gewählt haben, die Gefahr einschätzen.


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