Einpersonenhaushalte, Alleinlebende, Singles


Ein absoluter Klassiker der mißglückten Interpretation statistischer Daten soll heute Gegenstand der Betrachtung sein. Auch ohne dass mir im Moment ein aktuelles Beispiel dieser Fehlinterpretation vorliegt, plane ich doch schon länger einen Beitrag zu diesem Thema, das so anschaulich einen recht häufigen Denkfehler illustriert.

Hier also ein schon älterer Zeitungsausschnitt, der durch sehr kurzes googeln ausfindig gemacht werden konnte:

haushalte.png
(Screenshot von rp-online.de - Externer Link)

Bereits der Satz "In den deutschen Großstädten leben 50 Prozent der Einwohner allein." ist falsch, er ist eine Fehlinterpretation des darauf folgenden Satzes. Wenn nämlich die Hälfte der Haushalte in einer Stadt Einpersonenhaushalte sind, bedeutet das eben nicht, dass die Hälfte der Stadtbewohner alleine leben. Es gibt ja schließlich noch eine zweite Hälfte der Haushalte, die keine Einpersonenhaushalte sind. Anders ausgedrückt: In der Hälfte der Haushalte leben zwei oder mehr Personen. Damit gibt es mindestens doppelt so viele Menschen, die nicht alleine wohnen, wie Menschen, die alleine wohnen. Es wohnt also höchstens ein Drittel der Personen alleine.

Zur besseren Veranschaulichung soll die folgende Grafik dienen. In diesem Beispiel leben nicht einmal 25% der Personen alleine!

haushalte2b.png
(Quelle: eigene Grafik, erstellt mit dem exzellenten Freewareprogramm yEd)

Und dass ein Einpersonenhaushalt auch nicht unbedingt ein Singlehaushalt ist (wie im obigen Zeitungsausschnitt impliziert), sollte klar sein; auch Paare können getrennt wohnen (wie auch Singles in Mehrpersonenhaushalten wohnen können). Diese Unschärfe dürfte aber umgangssprachlich begründet sein.

Einen weiteren Überblick über das Ausmaß dieses Dauerbrenners der Mißinterpretation finden Sie auf dieser Webseite: Externer Link


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