Demographische Verzerrungen


Rund "75 Prozent der 65-jährigen und älteren Menschen, die ihren allgemeinen Lebensunterhalt von Sozialhilfe bestreiten müssen, [...] in den alten Bundesländern [sind] Frauen". So lesen wir bei Ulla Weber: Geschlechterarrangements in der Bundesrepublik (in APuZ 31-32/2000).

Ein durch die genannten 75% suggeriertes Verhältnis von 3:1 zwischen den auf Sozialhilfe angewiesenen Frauen und Männern ist allerdings auf 2:1 zu korrigieren, wenn man berücksichtigt, dass in dieser Altersgruppe die Frauen über 60% der Bevölkerung ausmachen (Stand 31.12.2001, vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Datenreport 2002) und entsprechen schon allein aufgrund dessen vermehrt vertreten sind. Freilich ist auch unter diesem Gesichtspunkt das Verhältnis noch ungleich genug und bedarf der Untersuchung weiterer Ursachen, aber als Sozialforscherin ausgerechnet den sehr stark verzerrenden demographischen Faktor zu unterschlagen ist wissenschaftlich unredlich.


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