Bayerische Landtagswahl 28.09.2008


Gleich mal hochaktuell das Wahlstudio abgemahnt, bevor ich's wieder vergesse. Ich weiß leider nicht mehr ob es die ARD oder das ZDF war (wird nachgeliefer, wenn ich es rausfinde), jedenfalls wurden zwei Umfrageergebnisse gegenübergestellt, die den Unterschied der Zustimmungsquoten der Befragten gegenüber Günther Beckstein und Erwin Huber veranschaulichen sollten.

Folgende Umfragen/Umfrageergebnisse waren im Schaubild zu sehen:

Die eine Umfrage war, ob Günther Beckstein auch im Falle der Nicht-Erringung der absoluten Mehrheit Ministerpräsident bleiben sollte. Die Antworten fielen eindeutig zugunsten Becksteins aus.

Die andere Frage war, ob in diesem Fall Erwin Huber CSU-Vorsitzender bleiben sollte oder lieber Horst Seehofer den Vorsitz übernehmen sollte. Die Antworten fielen eindeutig zugunsten Seehofers aus.

Dies wurde dann entsprechend interpretiert, dass Beckstein mehr Zustimmung genieße als Huber. Das ist natürlich nicht aus dem Vergleich dieser Befragungen abzulesen, denn:

1. wurde nur bei Huber und nicht bei Beckstein die Alternative Seehofer in die Frage eingebracht, das heißt, die (beliebtere) Person Seehofers hat das Ergebnis Hubers wohl noch schlechter werden lassen, als es wohl auch sonst gewesen wäre.

2. spielt bei Beckstein in die Frage hinein, dass er Ministerpräsident bleiben soll, was für die Befragten zum guten Teil natürlich synonym ist mit der Frage, ob die CSU weiterregieren soll, was sich wohl in davon abgeleiteter Zustimmung auf Beckstein ergießt.

3. noch dazu: Huber erfüllt dagegen in der Frage keine Regierungs-, sondern nur eine Parteifunktion (obwohl er Finanzminister ist, aber das ist bei dieser Frage zu vernachlässigen). Das heißt erstens, dass dabei nicht die Frage nach der gewünschten Regierungspartei in Bayern hineinspielt und zweitens, dass die Frage von den Befragten natürlich unterschiedlich aufgefasst wird je nachdem, in welcher Weise sie sich mit der CSU - also wie sehr sie sich überhaupt mit der Frage nach dem Parteivorsitz - identifizieren können und damit wie sie zukünftigen Entscheidungen bzw. Wahlerfolgen der Partei gegenüberstehen.

Vom Wahlstudio sollte man echt mehr Interpretationskompetenz erwarten dürfen.


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