Weblog von axtimwal.de


Ein interessanter Beitrag diese Woche in "Nano" auf 3sat über Lobbyarbeit an Schulen: Zum Thema auf 3sat online.

Unternehmen bieten Schulen Unterrichtsmaterialien an, die durch Geldmangel empfänglicher geworden sind. Problematisch wäre dies auch schon, wenn es sich nur um Materialien handeln würde, die ohnehin von Schulen gekauft werden, sprich um normale Schulbücher, die einfach einen Werbeaufdruck einer Firma erhalten, damit sich die Firmen ihren Namen oder ihre Marken bei den Jungkonsumenten bekannt machen können.

Ein Fall von symbolischer Politik scheint heute über die Nachrichtenticker zu wehen: Arbeitsministerin von der Leyen will angeblich Hartz IV abschaffen. Es soll dabei aber nur um die Bezeichnung "Hartz IV" gehen, die ersetzt werden soll, weil sie zu negativ besetzt sei. Bearbeitet werden soll also vor allem der mit schlechtem Image behaftete Begriff, nicht die dahinterliegenden Probleme.

Ja, hier geht bald wieder was. Ich habe meine Magisterarbeit, die mir meine komplette Zeit besetzt hatte, so gut wie abgeschlossen und werde mich dementsprechend bald wieder mehr hier rumtreiben. Ein neues Design würde auch mal Not tun, geplant ist auch, dass sich der Wal thematisch weiterentwickelt und mehr in allgemeineren gesellschaftlichen und politischen Themen wildert.

Am 19. Juni 2008 war in der Wochenzeitung „Die Zeit“ ein bemerkenswerter Artikel zu lesen, der auch online verfügbar ist (=> zum Artikel).

„Die Konjunktur der Ängste“ von Ulrich Schnabel stellt dar, wie die Risikowahrnehmung in der Öffentlichkeit, abgeleitet vom Berichtvolumen in den Medien, schwankt, wie Themen kurz enorme Aufmerksamkeit erlangen, um dann wieder aus den Zeitungen und Fernsehberichten zu verschwinden. Man denke nur zum Beispiel an SARS, Vogelgrippe, BSE und Ozonloch. Eine absolute Leseempfehlung.

Warum hier so oft Statistiken aus dem Focus auftauchen, hat nicht in erster Linie damit zu tun, dass dieser besonders oft danebengreift, sondern, dass dieses Projekt nebenbei läuft und ich zur Materialsuche nicht viel Zeit habe. Da ist der Griff zu einem Stapel Focus-Magazinen in der Bibliothek immer der schnellste und tatsächlich selten ein vergeblicher Weg.

Die nächsten beiden Beispiele sind übrigens schon in Bearbeitung.

Wie funktioniert eigentlich Google Trends (www.google.de/trends)?

Okay: In den Erklärungen zur Benutzung ist angegeben, dass die Daten "normalized" werden, das heißt Faktoren wie etwa Bevölkerungszahl und ähnliches werden angeblich eliminiert, aber wie genau wird nicht angegeben. Auch hat man anscheinend keinen Zugriff auf die genauen Zahlen, also wie oft denn nun wirklich ein bestimmter Suchbegriff in einem bestimmten Land bzw. einer Stadt abgefragt wurde.

Ein schönes Experiment zum Thema Börsengurus, Börsentipps und Chartanalysen (nachzulesen im "Lexikon der populären Irrtümer" von Krämer/Trenkler):

Eine schwedische Zeitung hat fünf Börsenmaklern auf der einen und einem Schimpansen auf der anderen Seite jeweils 10000 Kronen zur Vefügung gestellt, um damit an der Börse zu spekulieren. Der Affe gewann mit seiner Taktik, Dartpfeile auf Kurszettel zu werfen.

Als Service zum letzten Beitrag noch ein paar Formeln:


Kugel-Volumen: V = 4/3 r³ π
Kugel-Oberflächeninhalt: S = 4 r² π

Kreis-Flächeninhalt: A = r² π
Kreis-Umfang: u = 2 r π

Umfragen, wie man sie im Internet allerorten sieht, an denen man einfach per Mausklick teilnehmen kann, aber auch 'Umfragen' im Videotext vieler Fernsehsender oder in Fernsehsendungen, an denen man sich per Hotline beteiligt, behaupten glücklicherweise fast nie ernsthaft, repräsentativ oder auch nur in irgendeiner Weise aussagekräftig zu sein.

Keine Sorge, auch wenn die ersten Artikel es vermuten lassen, wird dies kein reiner Strafrechts- und Kriminalitäts-Blog, durch meine derzeitige Arbeit hatte ich die letzen beiden Beispiele nur noch im Hinterkopf.

"92% aller Statistiker verlieren kein freundliches Wort am Kaugummiautomaten, wie eine Befragung unter landgebundenen Fischen ergeben hat."

Ist das wahr?

Wahrscheinlich nicht, aber mit einem netten Bild lässt es sich sicher besser ertragen und macht Laune auf die Revue haarsträubender Statistiken, Diagramme und Grafiken, die allerorten in verschiedenster Absicht umhergewedelt werden und einen hier in Zukunft erwarten.

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